Der Laden Gottes

Ich ging so durch die Straßen in einer mir fremden Stadt. Da erregte ein Laden meine Aufmerksamkeit. Er sah irgendwie anders aus, als die Läden, die ich bisher kannte. Über dem Eingang hing ein Schild, auf dem stand: Der Laden Gottes

So trat ich ein und sah hinter dem Verkaufstresen ein Wesen, das irgendwie dabei war, zwei Flügel hinter sich zu ordnen. Ist das etwa ein Engel, dachte ich mir. Nun im Laden Gottes wäre das wohl nichts Ungewöhnliches.
Verwundert und überrascht fragte ich: „Lieber Engel, was verkaufst Du?“
“Alle Gaben Gottes“, antwortete er mir.
“Sind sie teuer?“
„Nein. Es ist alles kostenlos.“
Bisher glaubte ich allerdings, wichtige Sachen bekommt man doch nicht umsonst.

Ich sah mich aufmerksam im Laden um.
Da gab es Krüge voll Glück, Päckchen mit Hoffnung, Körbe, die überquollen von Zufriedenheit, Schachteln gefüllt mit Botschaften und Weisheiten, Tüten mit Vertrauen.

Mut fassend bat ich:
„Ach bitte, ich möchte gerne ein Glas Glauben, viel Glück
und Frieden für mich, meine Familie, meine Nachbarn und Freunde. Auch reichlich Dankbarkeit und Vergebung sowie eine große Liebe zu allen.“

Sogleich schnürte mir der Engel des Herrn ein kleines Päckchen, das leicht in meiner Hand Platz hatte.
Ich war ganz überrascht und sagte: “Hast Du alles, um das ich bat, in dieses winzige Päckchen getan?“
Lächelnd antwortete der Engel: „Mein lieber Mensch, im Laden Gottes verkaufen wir keine Früchte, es gibt nur Samen. Gott legt sie dir in die Hand, nicht in den Schoß.“

Unbekannter Autor

Der deutsche Liedermacher Gerhard Schöne hat diese Geschichte in ein Lied verpackt. Seine Interpretation finden Sie hier: